Inklusion in der beruflichen Bildung

Barrierefreie Ausbildung bei der Deutschen Rentenversicherung Mitteldeutschland

„Das geht nicht“, war ein Satz, den Lennart immer wieder zu hören bekam. „Das geht doch“, sagte die Deutsche Rentenversicherung Mitteldeutschland und ermöglichte dem 18-Jährigen eine Ausbildung zum Sozialversicherungsfachangestellten. Seit Herbst 2021 lernt er am Standort Halle unter besonderen Bedingungen und mit spezieller technischer Ausrüstung. Aber er lernt gemeinsam mit allen anderen und fühlt sich als Teil der Gemeinschaft, integriert und akzeptiert.

Inklusive Hilfsmittel für die berufliche Bildung

Gerade einmal fünf Prozent Sehvermögen hat Lennart mit seiner Brille. Er leidet seit seiner Geburt an einer Kombination aus Kurzsichtigkeit, Albinismus und Nystagmus, auch bekannt als Augenzittern. „Einzeln sind alle drei Krankheiten behebbar, aber zusammen leider nicht“, sagt er.

Daher ist er auf spezielle Hilfsmittel angewiesen. Neben seiner Brille gehören auch eine elektronische Lupe, ein mobiles Lesegerät und eine Vergrößerungssoftware für den Computerbildschirm zu seiner täglichen Ausrüstung in der beruflichen Bildung.

Damit kann er Ausschnitte bis auf den kleinsten Pixel heranzoomen, Farben anpassen und sich Texte vorlesen lassen. Die Lupe lässt sich auf Bücher oder die Wand richten, so dass er im Unterricht sehr flexibel ist. Und bei Klausuren erhält er einen kleinen Zeitbonus.

"Darüber hinaus bin ich ein Auszubildender wie jeder andere im Haus", sagt er. „Ich pauke genau wie alle anderen meinen Unterrichtsstoff und bearbeite Versichertenfälle in den Programmen.“

 

 

junger Mann mit Brille und weißem Hemd sitzt am Schreibtisch mit mobilem Lesegerät und elektronischer Lupe
Lennart mit seinen technischen Hilfsmitteln am Schreibtisch

Inklusion in Unternehmen ist keine Selbstverständlichkeit

Lennart empfindet seine Ausbildung als ein Stück hinzugewonnene Freiheit. Während seiner Schulzeit im Landesbildungszentrum für Blinde und Sehbehinderte in Halle brachte ihn jeden Tag ein Taxi zur Schule und holte ihn wieder ab. „Jetzt bin ich aus diesem behüteten Raum im „echten Leben“, fahre mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln und bin selbstständig unterwegs. Das macht schon Spaß“, sagt er.

Der 18-Jährige ist glücklich und dankbar, einen Arbeitgeber gefunden zu haben, der sich für ihn einsetzt und ihm trotz seiner Seheinschränkung eine berufliche Bildung ermöglicht.

„Viele andere Unternehmen und Behörden haben mir Absagen erteilt, weil ich einen Mehraufwand bedeutet hätte, den sie nicht leisten können oder wollen.“

Die Deutsche Rentenversicherung Mitteldeutschland hat sich intensiv mit dem Thema Inklusion in der beruflichen Bildung auseinandergesetzt.

Gemeinsam mit dem jungen Mann hat das Unternehmen einen Weg gefunden, dem eine gewissenhafte Planung vorausging: „Bevor die Ausbildung anfing, war ich zwei Wochen lang jeden Tag beim Berufsförderungswerk in Halle, um verschiedene technische Hilfsmittel zu testen“, erzählt der angehende Sozialversicherungsfachangestellte.

„Denn zunächst musste die Frage geklärt werden, ob ich die Ausbildung überhaupt schaffen kann.“ Nach zwei Wochen intensiver Tests und der Auswahl entsprechender Technik stand fest: Lennart sei gut gerüstet und gemeinsam werde man den Versuch wagen. Die Hilfsmittel wurden – finanziert durch die Bundesagentur für Arbeit – angeschafft und der junge Mann erhielt seinen Ausbildungsvertrag.

Fast ein Jahr ist Lennart jetzt #Zukunftssicherer und zurückblickend kann er sagen: „Der Beginn meiner Ausbildung war eine ziemliche Umstellung für mich. Aber jetzt hat’s Klick gemacht und könnte nicht besser laufen.“

 

 

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