Berufsschulprojekt in der Ausbildung
Erfahrungsbericht von Katharina
Ein Projekt über drei Jahre auf die Beine stellen und zum erfolgreichen Abschluss bringen: Diese Aufgabe bekommt jeder neue Jahrgang unserer Dresdner Sozialversicherungsfachangestellten zu Beginn seiner Ausbildung an der Berufsschule gestellt. Dass das leichter klingt als es letztlich ist, kann Katharina aus dem dritten Ausbildungsjahr bestätigen. Im Folgenden erzählt sie von den anfänglichen Hürden bis zum Happy End.
Die wichtigsten Fakten zum Projekt
Berufsschulfach: Organisation und Kommunikation
Thema: frei wählbar, mit Bezug zur Sozialversicherung: „Gesundheit, Ernährung, Sport und Prävention“
Erarbeitende: Azubis der Rentenversicherung, Unfallkasse, Berufsgenossenschaft und Krankenkasse
Zeitraum: drei Ausbildungsjahre
Ziel: Gesundheitstag mit einer Grundschulklasse + Präsentation am Ende der Ausbildung
Was das mit der Rente zu tun hat? Inhaltlich nichts. In diesem Berufsschulprojekt ging es für die angehenden Sozialversicherungsfachangestellten vor allem darum, eine gemeinsame Aufgabe zu bearbeiten, gut zu kommunizieren, sich selbst zu organisieren und als Team zusammenzuhalten.
Aufgabenstellung für die Azubis
An unserer Berufsschule haben wir zu Beginn unserer Ausbildung die Aufgabe erhalten, ein Projekt zu entwickeln und umzusetzen. Es entstand im Rahmen unseres Berufsschulfachs „Organisation und Kommunikation“, in dem wir genau dies lernen sollten: Organisieren und Kommunizieren. Innerhalb der Klasse, aber auch mit anderen Projektteilnehmern.
Zu den Rahmenbedingungen: Das Projekt sollte sich über die drei Jahre Ausbildung erstrecken und möglichst einen Bezug zu den Sozialversicherungen haben. Grundsätzlich war die Themenwahl völlig frei, was uns die Entscheidung nicht unbedingt erleichterte. Schließlich entschieden wir uns mit leichtem Bezug zur Krankenkasse für das Thema „Gesundheit, Ernährung, Sport und Prävention“.
Wir erarbeiteten das Projekt als gesamte Klasse, bestehend aus Azubis der Rentenversicherung, Unfallkasse, Berufsgenossenschaft und Krankenkasse.
1. Ausbildungsjahr
Projektstart mit Anlaufschwierigkeiten
Die Arbeit an dem Projekt brachte zu Beginn viele Tiefen und im Laufe der Zeit auch viele Höhen mit sich. Was uns anfangs besonders herausforderte: dass wir einander nicht kannten und das gesamte Fach für uns zunächst nur Fragen aufwarf – ganz zu schweigen von der Herausforderung, ein konkretes Thema festzulegen, an dem wir die kommenden drei Jahre gemeinsam arbeiten sollten.
Da wir kein klares Ziel vor Augen hatten und dadurch unsere Motivation sehr gering war, benötigten wir sehr viel Unterstützung unseres Lehrers. Kaum jemand in der Klasse wollte Verantwortung übernehmen, da uns die Vorstellung fehlte, wohin die Reise gehen sollte und die Azubis auch zum Teil noch sehr jung und zu unsicher waren, um Entscheidungen zu treffen.
Im ersten Lehrjahr kamen wir mit unserer Ausarbeitung daher nur sehr schleppend voran. Die regelmäßigen Wechsel zwischen der Berufsschule und der Praxis in unseren jeweiligen Unternehmen rissen uns immer wieder aus dem Projekt. Wenn wir in die Berufsschule zurückkamen, fühlte es sich immer wieder wie ein Neuanfang an. Unsere Motivation? Nun ja…
2. Ausbildungsjahr
Das Projekt nimmt volle Fahrt auf
Mit dem zweiten Ausbildungsjahr kamen wir endlich in unseren Flow, denn wir hatten ein Ziel gefunden: Wir wollten einen Gesundheitstag mit einer Grundschulklasse durchführen. Dafür erarbeiteten wir vier Stationen, an denen die Grundschulkinder themenbezogenes Wissen und praktische Inhalte spielerisch vermittelt bekamen.
Wir teilten unsere Klasse in vier Gruppen und jede Gruppe arbeitete ihre Station individuell aus. Auch die Kommunikation mit der Grundschule und den Eltern der Kinder musste ausgearbeitet werden. Außerdem haben wir Urkunden für die Kinder, Namensschilder für uns Azubis und Feedbackbögen für die Lehrkräfte erstellt, damit wir den Gesundheitstag im Nachhinein auswerten konnten.
Die Bearbeitung nahm im zweiten Lehrjahr volle Fahrt auf und wir spürten, dass die Zeit knapp wurde. Das hatte aber auch einen großen Vorteil: Wir arbeiteten zunehmend selbstbewusster, eigenverantwortlicher und effizienter. Auch die Zusammenarbeit in der Klasse wurde kommunikativer und unterstützender, das war wirklich toll!
Natürlich gab es auch mal verschiedene Meinungen und manche zeigten größeren Einsatz als andere, die mehr Anleitung benötigten. Doch dadurch konnte auch jeder und jede für sich erkennen, wo die eigenen Stärken und Schwächen liegen. Wir haben gemerkt, wie wir uns sowohl als Klasse als auch jeder und jede für sich weiterentwickelten und wir uns mehr aufeinander verlassen konnten als noch zu Beginn der Ausbildung.
3. Ausbildungsjahr
Aufregender Projektabschluss
Alle zogen an einem Strang, denn der große Tag rückte näher: Im Dezember 2025 fand der Gesundheitstag mit den Grundschülern statt. Wir waren alle sehr aufgeregt, wie die Kinder auf unser Programm reagieren würden und wie sie uns als „Lehrer“ für diesen Tag annehmen würden. Doch jegliche Sorgen waren unbegründet. Wie gut unsere Vorarbeit und Organisation wirklich war, erlebten wir dann am Tag der Durchführung: Der Gesundheitstag war ein voller Erfolg!
Gemeinsam haben wir gesunde Snacks vorbereitet, uns bewegt, über versteckten Zucker in Lebensmitteln und die Wichtigkeit unseres Stoffwechsels gesprochen.
Sowohl die Kinder als auch die begleitenden Lehrer spiegelten uns durchweg positives Feedback und waren alle sehr begeistert, hatten viel Freude und konnten wichtiges Wissen mitnehmen. Zeitlich als auch inhaltlich konnten wir unsere Planung in die Wirklichkeit umsetzen und waren am Ende des Tages von dem gelungenen Projekt wie beflügelt.
Als Klasse rückten wir noch näher zusammen und erlebten ein Hoch als Gemeinschaft. Wir waren stolz auf uns, dass wir trotz anfänglicher Schwierigkeiten solch ein großartiges Projekt ausgearbeitet hatten und so über uns hinausgewachsen sind!
Und diesen Erfolg präsentierten wir im April 2026 unseren Ausbildern und Lehrern, indem wir den Gesundheitstag noch einmal aufleben ließen und allen einen kurzen Einblick in die Stationen, deren Entwicklung, Ziele und auch die Herausforderungen gaben. Wir waren aufgeregt, ob noch einmal alles so problemlos klappen würde, doch auch da war unsere Sorge völlig unbegründet. Unsere Ausbilder und Lehrer waren von unserer Leistung sehr begeistert und wir konnten uns am Tag der Projektvorstellung auf Augenhöhe begegnen und austauschen.
Fazit: Zusammenhalt in der Ausbildung
Auch wenn das Projekt viele Hürden mit sich gebracht hat und es nicht leicht war, einen Einstieg zu finden und als Klasse eine Einheit zu bilden, sind wir nun, am Ende unserer Ausbildung, vor allem durch das Fach „Organisation und Kommunikation“ zusammengewachsen und konnten uns enorm weiterentwickeln.
Ich persönlich habe von Beginn an das Potential gesehen, welches das Projekt mit sich bringt. Natürlich macht es eine Menge Arbeit, doch es liegt vollkommen in den Händen der Azubis, wohin sie das Projekt steuern und bietet uneingeschränkte Möglichkeiten, etwas Wunderbares zu erschaffen.
Ich wünsche zukünftigen Klassen, dass sie das Potential früher erkennen als wir. Zudem kann es für den Klassenzusammenhalt eine besondere Chance bieten, einander kennenzulernen, sich selbst kennenzulernen und daran zu wachsen.
Seid motiviert und kreativ!
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