Warum ich meine Ausbildung liebe
Beitrag der Sozialversicherungsfachangestellten Mariya
Jedes Jahr schreiben die Vocatium-Messen einen Ausbildungspreis aus, in dem sie Auszubildende von Unternehmen aufrufen, einen Beitrag zu verfassen. Thema: Warum ich meine Ausbildung liebe. Unsere Sozifa Mariya hat ihre Gedanken zur Ausbildung aufgeschrieben, wie sie dazu kam und was es für sie ausmacht, als Sozialversicherungsfachangestellte bei der Deutschen Rentenversicherung Mitteldeutschland zu arbeiten.
„Hier, mach mal auf und schau, was die wollen“
Ich blicke auf und sehe meine Mutter, wie sie mir einen verschlossenen Umschlag vor die Nase hält, ungeduldig und zugleich besorgt, als würde das Schriftstück jede Minute hochgehen. Ich muss an diese scharlachroten Briefe aus Harry Potter denken, diese Heuler, die einen mit einer Schimpfkanonade zur Schnecke machen, sobald man sie öffnet oder explodieren, wenn man es nicht tut.
Ähnlich empfindlich behandelt meine Mutter alle Briefe vom Amt. Als würde der Umschlag sie beißen, sobald sie ihn nur mit den Fingerspitzen berührt. Ihre Angst ist halb begründet in der Erwartung vor Forderungen, die andere Hälfte ist schlicht die Angst vor der deutschen Sprache. Amtssprache ist das Monster, vor dem viele Zugewanderte, die nicht schon im Kindesalter damit aufwuchsen, zusammenzucken, wimmern, die Hände über dem Kopf zusammenschlagen.
Also lese ich den Brief vor, erst für mich, dann für Mama, und sage, welche Unterlagen die Krankenkasse, das Jobcenter oder die Rentenversicherung wollen. Sie durchsucht dann ihre sorgfältig sortierten Ordner. Dabei gibt sie mir mit einem Stapel Papier in der Hand auf den Weg: „Mach dein Büro ordentlich.“ Ich wedle mit dem Schreiben vom Amt zurück. „Ich mach mein Büro ordentlich.“
Jeder Rentenantrag erzählt eine andere Geschichte
Was damals eher ein Scherz war, entpuppt sich heute als eine treffende Vorahnung. Fast fünfzehn Jahre später befinde ich mich auf dem Endspurt meiner Ausbildung zur Sozialversicherungsfachangestellten bei der Deutschen Rentenversicherung Mitteldeutschland. Tag für Tag begleite ich Menschen, die sich durch die oft undurchsichtigen Wege der Verwaltung kämpfen. Kein Gespräch gleicht dem anderen, kein Fall ist wie der nächste. Genau das macht meine Arbeit lebendig.
Hinter den Schreibtischen der Deutschen Rentenversicherung sitzen keine anonymen Aktenverwalter, sondern Menschen, die versuchen, Ordnung in komplexe Lebenswege zu bringen. Wir in den Rententeams tragen eine besondere Verantwortung. Wir sind die Hüter der Zeiten. Mit geschultem Blick durchforsten wir Versicherungsverläufe, prüfen Lücken, bewerten Arbeitsjahre, Kindererziehungszeiten und Zeiten der Pflege. Es ist, als würden wir das Mosaik eines Lebens Stein für Stein zusammensetzen, bis sich daraus ein klares Bild ergibt.
Jeder Antrag erzählt eine andere Geschichte von harter Arbeit, von Brüchen, Neuanfängen oder langen Jahren der Beständigkeit. Wir in der Rente sind die Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft. Es ist berührend, Menschen auf einem ihrer letzten Lebensabschnitte zu begleiten. Erst beim Blick in digitale Versicherungskonten wird einem bewusst, wie viel Leben in einem einzelnen Menschen steckt.
Doch die Rente ist nicht alles. Im gleichen Haus arbeiten die Reha Teams. Dort spürt man besonders, dass Sozialversicherung mehr ist als nur Zahlen und Bescheide. Dort geht es um Hoffnung, um neue Wege, darum, Menschen wieder auf die Beine zu helfen. Wer krank oder erschöpft ist, sucht nicht nur Leistungen, sondern Perspektiven. Die Kolleginnen und Kollegen prüfen Gutachten, stimmen sich mit Kliniken ab, suchen individuelle Lösungen. Sie sind Lotsen in stürmischer See, die helfen, Genesung möglich zu machen.
Ob Rente oder Reha, es geht immer um Menschen. Um das Bedürfnis, gesehen, gehört und verstanden zu werden. In dieser stillen, aber bedeutungsvollen Arbeit steckt weit mehr als Verwaltung. Sie ist oft ein Stück Lebenshilfe, das im Verborgenen wirkt.
Ausbildung mit Zukunft
Mariya hat im Sommer ihre Ausbildung zur Sozialversicherungsfachangestellten bei uns im Haus erfolgreich abgeschlossen und arbeitet seitdem im Sonderteam Leipzig.
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Studium und Ausbildung im öffentlichen Dienst
Sieht gut aus für unsere Versicherten und für unsere Mitarbeiter: Die Standorte der Deutschen Rentenversicherung Mitteldeutschland.